Strandbahnhof kommt ins Museum
Dienstag, 1. Mai 2012 16:26
Travemünde/Lübeck. Unverwechselbar ist der Strandbahnhof mit seinem markanten Uhrenturm auch auf historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen sofort zu erkennen. Nur die Kleidung der Sommerurlauber sieht ein wenig anders aus als heute. Das Denkmalgeschützte Travemünder Bahnhofsgebäude feierte am 1. Mai seinen 100. Geburtstag mit einem kleinen Fest. Und bekommt jetzt sogar noch eine eigene Museums-Ausstellung.
Viele Interessierte Gäste schauten am 1. Mai im Travemünder Strandbahnhof vorbei, machten am Glücksrad der Bahn mit, informierten sich an Schautafeln oder lauschten der Musik aus der Zeit vor 100 Jahren. Da kann die Geschichtswerkstatt auch auf viele interessierte Gäste hoffen, wenn ab 5. Mai die neue Sonderausstellung zu sehen ist. Dr. Wolfgang Muth, Leiter des Industriemuseums Geschichtswerkstatt Herrenwyk, weist besonders auf die Inszenierungen hin. So soll die Bahnhofshalle in die Ausstellung hineingebaut sein. Weiter gibt es eine „Knipserbude“ für Fahrkarten, die mit einer Schaufensterpuppe besetzt ist, und natürlich auch eine Gepäckabfertigung.
Am 1. Mai 1912 wurde der Neubau des Travemünder Strandbahnhofes eröffnet. Die Strecke Lübeck-Travemünde war von der Lübeck-Büchener Eisenbahn bereits am 1. August 1882 in Betrieb genommen worden. Endbahnhof war damals der heutige Hafenbahnhof, der damals noch Stadtbahnhof hieß. Die Passagierzahlen stiegen vor allem in den Sommermonaten ständig an, der Bäderverkehr nahm zu. Deshalb wurde die Strecke schon 1898 bis zum Strand verlängert. Das erste Stationsgebäude bestand allerdings noch aus Holzfachwerk und der Bahnhof wurde nur in den Sommermonaten genutzt. Die Kapazitäten reichten bald nicht mehr aus. Zunächst wurden im Winter 1910/11 die Gleisanlagen erneuert, im darauf folgenden Jahr wurde ein neues Stationsgebäude errichtet, das mit der Wiederaufnahme des Betriebes am 1. Mai 1912 eingeweiht werden konnte.
Die Ausstellung in der Geschichtswerkstatt läuft bis zum 7. Oktober. HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare (0) | Autor: Helge Normann
