IKEA: „Auswirkungen auf den Einzelhandel in Travemünde so niedrig wie möglich halten“
Donnerstag, 1. Oktober 2009 11:00
Travemünde/Lübeck. „IKEA kommt nach Lübeck – wie entwickeln wir den Einzelhandelsstandort“, lautete das Thema eines Dikussionsforums, zu dem die CDU Fraktion vergangene Woche in Lübecker Rathaus eingeladen hatte. Im Dezember entscheidet der Schwedische Einrichtungs-Konzern, ob er nach Lübeck-Dänischburg geht. 2012 könnte Eröffnung sein. Rundherum sind noch ein „Skandinavien-Center“ mit Skandinavischen Läden, das »House of Living« mit einem Angebot für Bad, Wellness und Tischkultur sowie ein Baumarkt geplant. Dazu 2500 kostenfreie Parkplätze. Travemünde ist davon nur eine Herrentunnel-Fahrt weit entfernt. Hat das Projekt auch Einfluss auf den Travemünder Einzelhandel? Interview am Rande des Rathaus-Forums mit Klaus Puschaddel, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses.

Klaus Puschaddel ist Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses und wohnt in Travemünde. Foto: HELGE NORMANN
Frage: Herr Puschaddel, IKEA in Dänischburg, wir sind glaube ich die beiden einzigen Travemünder heute Abend. Ist das kein Thema für Travemünde?
Klaus Puschaddel: Für Travemünde ist das auch ein Thema. Sowohl für die Altstadt als auch für Travemünde ist es wichtig, dass das innenstadtrelevante Sortiment so gering wie möglich ist. Es darf nicht dazu führen, dass Travemünder, um ihre Dinge des täglichen Bedarfes zu decken, zukünftig lieber zu IKEA fahren als den Travemünder Einzelhandel zum Beispiel zu unterstützen. Darauf werden wir achten. Am liebsten gar kein Innenstadt-Relevantes Sortiment. Das wird man wohl nicht ganz hinbekommen. Aber so wenig wie möglich, um die Auswirkungen auf den Einzelhandel in Travemünde so niedrig wie möglich zu halten. Wir können uns im Moment ja darüber freuen, dass Travemünde dieses Riesen-Angebot hat. Das hängt sicherlich auch mit der touristischen Entwicklung zusammen. Denn für die Travemünder selbst ist das glaube ich sehr reichhaltig. Aber es darf keine Entwicklung einsetzen, dass Einzelhandelsstandorte in Travemünde veröden. Das wäre nachteilig für die Entwicklung.
Frage: Wir haben ja auch so ein kleines Gewerbegebiet, wir haben ja auch viele Senioren da, die nehmen da den Mittagstisch zu sich. IKEA bietet dann ja auch günstig Mittagstisch an…
Klaus Puschaddel: Ja, eben. Also ich glaube nicht, dass Senioren, sag ich mal für fünfzig Cent, den Weg vom Rosenhof dann zu IKEA aufnehmen. Es gibt aber mobile Teile in der Bevölkerung, es gibt auch viele junge Familien inzwischen, die durchaus Lust haben, könnten, insbesondere wenn noch Freizeitangebote dabei sind, dann dort hinzufahren. So ein bisschen angesprochen ist da auch die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft, der ich das aber auch zutraue, diesen Ball aufzugreifen. Und selber zu gucken, das eigene Angebot wieder stärker in den Focus dann auch zu bringen. Das heißt den Wettbewerb aufnehmen. Politik muss nur die Wettbewerbsbedingungen gleich halten. Und darf nicht Wettbewerb zugunsten des IKEA-Standortes zulassen. Ich halte den Travemünder Einzelhandel auf Augenhöhe für sehr wettbewerbsfähig.
Frage: Ist IKEA überhaupt ein Thema, sind Sie mal drauf angesprochen worden in Travemünde?
Klaus Puschaddel: Ich bin darauf in Travemünde noch nicht angesprochen worden. Ich bin bisher auf verschiedene Themen angesprochen worden wie zum Beispiel die Tunnel-Maut, das ist ja auch immer ein Travemünder Thema. Bisher sind Sorgen in dieser Richtung bei den Travemündern noch nicht aufgetaucht. Aber ohne dass diese Sorgen auftauchen, haben wir als Kommunalpolitiker, Klaus Petersen und ich auch natürlich, ein Augenmerk darauf, dass der Travemünder Einzelhandel nicht geschädigt wird.
ENDE
Thema: Text-Archiv | Kommentare deaktiviert | Autor: Helge Normann