„Travemünde begehrt auf“
Donnerstag, 24. März 2011 11:22
Travemünde. Rund 100 Menschen fanden sich am Donnerstagvormittag auf dem Travemünder Fährplatz ein, um gegen die Abwicklung des Kurbetriebes zu protestieren. „Travemünde steht auf, Travemünde begehrt auf“, sagte Johannes Pegel, Sprecher der Interessengemeinschaft „Rettet den Kurbetrieb für Travemünde!“ per Megaphon. Auch wenn Bürgermeister Bernd Saxe das noch nicht mitbekommen hätte, meinte Pegel in Anspielung auf einen RTL-Beitrag, in dem Saxe die Unzufriedenheit in Travemünde als „Nicht real“ bezeichnet hatte.

„Travemünde begehrt auf!“, sagte Johannes Pegel, Sprecher der Interessengemeinschaft „Rettet den Kurbetrieb für Travemünde!“, auf einer Kundgebung am vergangenen Donnerstag. Foto: HELGE NORMANN
„Ich glaube, unser Bürgermeister merkt erst etwas, wenn der erste Panzer aus Travemünde in seinem Büro steht“, sagte Johannes Pegel ironisch und erntete viel Applaus. Pegel forderte, dass der Bürgerschaftsbeschluss vom Februar in der kommenden Sitzung am 31. März zurückgenommen wird. Verschiedene Redner schlossen sich an: Der Travemünder CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ulrich Krause zitierte noch einmal aus dem Bürgerschaftsbeschluss, demzufolge der Kurbetrieb auf seine „hoheitlichen Pflichtaufgaben“ zurückgeführt werden solle. Krause: „Die hat er nie gehabt.“ Weiter solle dem Beschluss zufolge der Kurbetrieb organisatorisch in Lübeck angegliedert werden. „Das zusammengenommen, was bitte wenn nicht eine Auflösung soll das denn sein?“, meinte Krause. Demnächst werde Travemünde das einzige Seebad an der Ostsee ohne Kurbetrieb sein.
Thomas Schapke (BfL) ging noch einmal auf das Thema Veranstaltungen ein: „2008 wurden uns die Veranstaltungen weggenommen, die LTM sollte bessere Veranstaltungen erarbeiten. Was ist daraus geworden? Gar nichts! Merkwürdigerweise sind die Veranstaltungen, die die LTM hier in Travemünde gemacht hat, letztendlich in die Hose gegangen. Und ich denke mal, das sollte endlich auch in Lübeck gesehen werden. Wir wollen, dass der Kurbetrieb wieder unsere Veranstaltungen hier ausrichtet!“
Der Travemünder SPD-Ortsverbandsvorsitzende Wolfgang Hovestädt berichtete von einer Kreisausschusssitzung der SPD, wo er ordentlich „Prügel“ bezogen hätte. „Weil wir die Forderung gestellt haben, dass wir einen Kurbetrieb brauchen.“ Auch Hovestädt ging auf die beschlossene Zurückführung auf die „hoheitlichen Aufgaben“ ein: „Das ist natürlich ganz großer Blödsinn, es gibt keine hoheitlichen Aufgaben“, sagte er. „Es gibt nur Aufgaben, die den Kurgast betreffen.“
Klaus Petersen (CDU) zeigte sich im Hinblick auf die kommende Bürgerschaftssitzung zuversichtlich, dass am Donnerstag eine Mehrheit dafür sein werde, den Kurbetrieb zu erhalten. HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare deaktiviert | Autor: Helge Normann