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Aqua-Top: Der letzte Mieter ist fort

Dienstag, 4. Januar 2011 17:32

Travemünde. Das Restaurant Büchtmanns ist bis auf den letzten Platz besetzt, aber die Gäste sind nicht zum Essen da. Auktionator Wolfgang Mutz hat zur freiwilligen Inventar-Versteigerung geladen. Der letzte Mieter verlässt den Aqua-Top-Komplex.

Am 1. April 1994 eröffnen Wolfgang und Sabine Büchtmann ihr Restaurant im Aqua-Top. Am 3. Januar 2011 bestellt Wolfgang Büchtmann den Container, um die Reste der Einrichtung zu entsorgen. Foto: HELGE NORMANN

Am 1. April 1994 eröffnen Wolfgang und Sabine Büchtmann ihr Restaurant im Aqua-Top. Am 3. Januar 2011 bestellt Wolfgang Büchtmann den Container, um die Reste der Einrichtung zu entsorgen. Foto: HELGE NORMANN

Mit seinem kleinen Holzhammer steht Auktionator Wolfgang Mutz da und ruft Stück für Stück das Inventar auf. Die Registrierkasse mit separatem Bon-Drucker für 200 Euro. Niemand hebt den Arm. Die Stühle gehen für 700 Euro weg. Zehn Wandlampen zusammen für 150 Euro. Die Holzbude mit dem „Büchtmanns“-Schild vor der Tür, nach allen Seiten offen mit Ostsee-Blick, wird für 500 Euro aufgerufen und geht für 300 Euro nach Buchholz, ohne den Ostsee-Blick. Um den Verkaufspavillon mit Schwenkgrill gibt es ein kleines Bietergefecht, sogar mit anonymem Telefon-Bieter, der sich zuschalten lässt. Der Preis klettert von 1200 Euro auf 1500 Euro, der Telefon-Bieter hat gewonnen. Vieles andere bleibt liegen, die Bieter haben „Ladehemmung“, sagt Auktionator Mutz später.

Erst als die Auktion vorbei ist, im so genannten Nachverkauf, wird es lebhafter. Was kostet der Kleiderständer. Was das Bild im Rahmen? Am Ende ist der Auktionator dann doch zufrieden mit dem Umsatz. Langsam wird es dunkler im Restaurant, weil jemand die Wandlampen abschraubt. Aus der Küche hört man ein lautes Hämmern, auch hier wird abmontiert.

Wolfgang Büchtmann sitzt auf einem der verkauften Stühle in seinem Restaurant und bestellt für den nächsten Tag einen großen Container. Was nicht verkauft wird, wird entsorgt, er will nichts mitnehmen. Dann geht er noch einen Tee trinken, im Columbia Hotel im Casino-Gebäude. Im Casino hat er die Gastronomie geleitet, in den goldenen 1970er Jahren, da war er noch keine 30. Eigentlich wollte er nur ein halbes Jahr bleiben damals. Jetzt ist er 66. Er war gern in Travemünde, sagt Büchtmann. HN

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