Puschaddel: „Schaden in der Veranstaltungslandschaft“
Mittwoch, 23. Dezember 2009 3:07
Travemünde. „Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig ist, wenn ein Senator in seinem Urlaub im Strandkorb entscheidet, dass ab morgen die Veranstaltungen in Travemünde nicht mehr von der Kurverwaltung gemacht werden, sondern von der Tourismusgesellschaft“. Klaus Puschaddel (CDU), Vorsitzender des Lübecker Wirtschaftsausschusses und lange selbst Aufsichtsratsvorsitzender der Lübeck- und Travemünde Marketing GmbH (LTM), übte auf einer internen Versammlung der Travemünder CDU vergangene Woche Kritik am Vorgehen von Lübecks Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU).

„LTM überfordert“: Klaus Puschaddel (CDU) übt Kritik am Vorgehen von Senator Halbedel. Foto: HELGE NORMANN
Senator Halbdel hatte im August 2008 aus dem Urlaub heraus entschieden, dass die „kleinen“ Travemünder Kurveranstaltungen nicht mehr vom Kurbetrieb vor Ort, sondern von der Lübeck- und Travemünde Marketing GmbH (LTM) in Lübeck organisiert werden sollen. Ab 2009, also praktisch ohne Übergangsfrist. Über die inhaltliche Frage könne man lange diskutieren, meinte Klaus Puschaddel. „Aber so kann man es nicht machen. Ich kann nicht von heute auf morgen gewachsene Strukturen trennen.“ Damit würde auch die LTM überfordert. Die LTM sei ja dafür kritisiert worden, dass das Drachenfest mit Erfolg in Grömitz war und im nächsten Jahr die Baltic Sail nicht mehr in Travemünde ist. „Das ist alles nicht in Ordnung, aber die LTM ist auch einfach von dieser Entscheidung überfordert worden.“ Es brauche mindestens ein halbes oder ein Jahr Vorlauf. So sei viel verloren gegangen. Die Kurverwaltung Travemünde habe ja auch die örtlichen Vereine sehr stark gefördert und unterstützt. „Die LTM sagt, das geht alles nicht, wir haben eine andere Haushaltsordnung“, meinte Puschaddel. „Ich weiß noch nicht, was da alles kaputtgemacht wird möglicherweise.“ Die Anweisung Halbedels nannte er eine „Hals-über-Kopf-Entscheidung“. Jetzt müsse auch im Wirtschaftsauschuss, wo am 14. Januar 2010 die Veranstaltungen vorgestellt werden, darauf geachtet werden, „dass hier nicht aus Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten einfach zu viel Glas zerschlagen wird.“ Puschaddel will nicht kritisieren, dass die Veranstaltungen übertragen wurden, was ja auch auf Vorschlag des Vorstandes der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG) passiert sei. „Aber ich kritisiere, wie es passiert ist. Und dass da für Travemünde, wie ich meine, in der Veranstaltungslandschaft ein Schaden entstanden ist.“ HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare deaktiviert | Autor: Helge Normann