Abends auf der Meile
Mittwoch, 27. Juli 2011 16:39
Travemünde. Gegen 22 Uhr kracht es gewaltig, die Schüsse sind im ganzen Ort zu hören, Feuerwerk an der Nordermole. Nachtschwärmer in der Bertlingstraße beschleunigen ihre Schritte Richtung Strandpromenade, wollen noch etwas davon sehen. Ein Sommerabend auf der Travemünder Woche.

Mittwochnacht auf der Travemünder Woche: Im unteren Bereich der Standpromenade ist reichlich Platz, Richtung Nordermole drängeln sich die Menschen. Foto: HELGE NORMANN
Am Anfang der Meile ist noch reichlich Platz, Richtung Mole wird daraus ein dichtes Geschiebe. Applaus ist zu hören, als die großen Feuerwerks-Kracher die Nacht erleuchten. Dann ist das Spektakel vorbei. Vom Strand strömen Besucher wieder hinauf zur Promenade, schieben mit vereinten Kräften einen der Bauzäune beiseite, die den Aufgang blockieren. „Wo sind die Toiletten?“ und „Wo geht’s zum Strandbahnhof?“ wird mehrfach gefragt. Im Gedränge hat eine Gruppe Flaschensammler den Bollerwagen schon zum dritten Mal mit Leergut gefüllt, reiche Beute. Langsam ist wieder Platz auf der Festmeile, die ersten machen sich auf den Heimweg. In der Bertlingstraße blockieren sich zwei Kleintransporter gegenseitig, die Fahrerinnen diskutieren die Problematik aus: „Blöde Zicke!“, meint die eine. „Schlampe!“ antwortet die andere. Passanten bleiben stehen und freuen sich über das Spektakel.
Ein paar Schritte weiter steht eine Traube Jugendlicher vorm Hotel „Seestern“. Kräftige Ordner kontrollieren jeden Ausweis, unter 18 Jahre kommt niemand rein. Drinnen klingt seit 23 Uhr Party- und Housemusik, im Seestern wird weitergefeiert, wenn auf der Meile die Lichter ausgehen. Von hier sind es nur wenige Schritte zum Busbahnhof, wo junge Leute stehend oder auf dem Boden sitzend auf den nächsten Bus warten. Am Bahnsteig gegenüber steigen gegen halb zwölf 1400 Menschen in den vorletzten Zug. Der letzte geht an diesem Mittwochabend gegen halb eins. Ein halbes Dutzend Polizisten passt auf, dass kein Streit ausbricht. Jugendliche, die ohne Ausweis angetroffen werden, werden fotografiert, dürfen dann weiter. Vorm Bahnsteig hat Eiko vom Aalpostamt seinen Fischbrötchenstand aufgebaut, mancher nimmt sich noch was mit, Lachsbrötchen oder Bismarck. Dann rollt auch der letzte Zug. Ein ruhiger TW-Abend.
Am Sonntag, 31. Juli, wird es gegen 23 Uhr noch mal richtig voll. Dann wird das große Abschluss-Feuerwerk abgefeuert. Zur Musik aus “Fluch der Karibik.” HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare (0) | Autor: Helge Normann