Events runtergewirtschaftet?
Freitag, 29. April 2011 19:10
Travemünde. Lübecks Wirtschaftssenator Sven Schindler war Gastredner beim jährlichen „Get together“ der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG) und berichtete von der Entwicklung der Tourismus-Infrastruktur in Travemünde. Unter den Gästen war auch Dr. Egon Schmitz-Hübsch, Inititator des Kunst-Festivals „WindArt“ im Ostseebad. Und wollte wissen, warum die Veranstaltungen in Travemünde so „runtergewirtschaftet“ werden.

Events zum Minus hingewirtschaftet? Wind-Art-Initiatior Dr. Egon Schmitz-Hübsch stellte unbequeme Fragen beim „Get together“. Foto: HELGE NORMANN
Im Jahre 2005 hätte es noch die Sand World gegeben und eine „vernünftige Sail“, sagte Dr. Schmitz-Hübsch. Schindler hätte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die Baudichte, auf die Infrastruktur gelegt. „Aber das ganze so genannte Eventmanagement, das man hier in Travemünde erleben kann, ist glaube ich in ihren Ausführungen zu kurz gekommen“, sagte Dr. Schmitz-Hübsch. „Wenn ich das so rückwirkend sehe, ist das einfach runtergewirtschaftet worden.“ Wenn nun Künstlerin Anja Es nach Timmendorf gegangen sei, dann sei das doch ein „Signal, dass Menschen, die hier etwas bewegen wollen, sich sagen, Mensch, in Timmendorf ist das wohl doch alles einfacher, besser organisiert, man kommt weiter voran.“
Senator Schindler erwiderte, er sei auf jeder Sand-World gewesen, das hätte ihm viel Spaß gemacht. „Das war wirklich ein Event, das weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus auch Aufmerksamkeit generiert hat.“ Aber die Sand-World hätte auch jedes Jahr 300.000 Euro Verlust gemacht. „Insofern muss man über andere Dinge nachdenken. Ein Event, das am Ende des Tages 300.000 Euro Miese macht, das können wir uns einfach nicht leisten.“
Er könne verstehen, wenn die Stadt sich das Minus nicht leisten könne, meinte Dr. Schmitz-Hübsch. Man müsse es „nur nicht dahinwirtschaften.“ Das sei das Thema. Tatsächlich hatte die Sand-World in den ersten Jahren kräftige Überschüsse produziert. Schmitz-Hübsch kritisierte das Management, das dahinterstehe: „Es ist einfach immer weniger gemacht worden, immer unattraktiver gemacht worden. Das ist genau das Management, das wir jetzt auch haben.“
Schindler antwortete ausweichend: „Wir werden auch in Zukunft an den Events hier in Travemünde arbeiten. Wir bauen natürlich darauf, dass Travemünde auch in Zukunft an Attraktivität zunimmt, und da gehören auch Events mit dazu. Die Travemünder Woche ist natürlich das größte Event, das wir hier haben. Die wird ja auch in Zukunft weitergemacht, das ist ja gar keine Frage“, meinte der Senator. HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare deaktiviert | Autor: Helge Normann