Beiträge vom November, 2010

Fährpreise: „Für Gäste eine Katastrophe“

Montag, 29. November 2010 18:10

Travemünde. „Die Fährpreisgestaltung für Gäste ist eine Katastrophe“, hatte Hans Kröger (FDP) Ende November in der Sitzung des Travemünder Ortsrates beklagt. Nun wird er wohl über die Steigerung des Wortes „Katastrophe“ nachdenken müssen. Ab 1. Januar steigen die Fährpreise weiter, für Touristen wie für Einheimische.

Beklagt die Auswirkungen der Fährpreise auf den Tourismus: Hans Kröger (FDP), Mitglied im Travemünder Ortsrat. Foto: HELGE NORMANN

Beklagt die Auswirkungen der Fährpreise auf den Tourismus: Hans Kröger (FDP), Mitglied im Travemünder Ortsrat. Foto: HELGE NORMANN

Mit der OstseeCard, dem Nachfolger der Kurkarte, konnten Urlauber bis Ende 2009 zu Fuß und mit dem Rad kostenlos die Fähre nutzen. Dann lief der 10-Jahres-Vertrag zwischen Kurbetrieb und Stadtverkehr aus. Statt bislang 25.000 Euro im Jahr sollte der Kurbetrieb, diese Zahl fiel jedenfalls im Kurbetriebs-Ausschuss, 170.000 Euro an den Stadtverkehr zahlen. Dann wäre die Fährfahrt weiter in der OstseeCard enthalten gewesen. Die Summe war dem Kurbetrieb aber zu hoch.

Seitdem zahlen Urlauber genauso wie Einheimische. „In allen Feriengebieten Deutschlands ist es so üblich, dass man mit einer Kurkarte Vorteile hat im Nahverkehr“, meint Hans Kröger. Bei den ohnehin schon „sehr hohen Fährpreisen in Travemünde“ sei das für Gäste unangemessen. Er sei bei Glückstadt über die Elbe gefahren, das sei sechsmal so weit und koste ungefähr das Gleiche wie in Travemünde.

Wird wieder teurer: Die Priwall-Fähre. Foto: HELGE NORMANN

Wird wieder teurer: Die Priwall-Fähre. Foto: HELGE NORMANN

Zum 1. Januar 2011 steigen die Fährpreise nun weiter. Fußgänger zahlen 1 Euro (statt 90 Cent), für das Fahrrad noch mal 70 Cent (statt 60 Cent). PKW kosten 3,20 Euro (statt 3,00 Euro), plus Insassen.

Auf Jahreskarten wird mancher hinsparen müssen: Fußgänger-Karten kosten nun 151 Euro (statt 125 Euro), fürs Fahrrad noch mal extra 106 Euro (statt 84 Euro). PKW-Jahreskarten kosten ab 2011 nun 483 Euro (statt 418 Euro).

Die neuen Preislisten sind bereits gedruckt. Radfahrer können allerdings noch hoffen: Wolfgang Hovestädt, SPD-Ortsverbandsvorsitzender aus Travemünde, hatte im Dezember auf einer Versammlung erklärt, dass Fahrräder bald nicht mehr extra berechnet werden und sich dabei auf Ulrich Pluschkell (SPD), Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Stadtverkehr, bezogen: „Ulrich Pluschkell hat versichert, dass auf der letzten Aufsichtsratssitzung das Thema auf der Tagesordnung stand und dass die Radfahrer wieder mit dem Erlös der Fußgängerkarte ihre Fahrräder mitnehmen dürfen. Das wird der Bürgermeister im Januar verkünden“, meinte Hovestädt.

Die neuen Preistabellen sind aber erstmal gedruckt, und bis zum 1. Januar sind es nur noch wenige Tage… HN

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