Wiedersehen mit der Greundiek
Travemünde. „Das wird nie wieder fahren“, hat Eiko Zöllner-Quanz vor 16 Jahren gedacht, als er die „Greundiek“ verließ. Er war der letzte, der auf dem Schiff gewohnt hat. Als der Travemünder vergangene Woche mit der Priwallfähre übersetzte, sah er „sein“ Schiff wieder – perfekt in Schuss.

Eiko Zöllner-Quanz aus Travemünde, hier am Funkgerät auf der Brücke, war der letzte Bewohner der Greundiek. Foto: HELGE NORMANN
Die „Greundiek“ wurde im Jahre 1950 gebaut, transportierte Fracht in der Nord- und Ostsee. Einmal hat sie sogar Parfum-Rohstoffe aus Südafrika geholt. Später kaufte die Seefahrtschule Gründeich im Alten Land (Hamburg) das Schiff, für die Ausbildung an der Maschine. Eiko Zöllner-Quanz, der dort sein Patent machte, fragte den Direktor, ob er auf das Schiff ziehen könne. Er hatte damals schon Familie, konnte sich kein Zimmer leisten. So wurde der Travemünder der letzte Bewohner der „Greundiek“, lebte von 1991 bis 1994 auf dem Küstenmotorschiff, das damals in üblem Zustand war.

Das Küstenmotorschiff „Greundiek“ mit Heimathafen Stade war zum ersten Mal als Museumsschiff in Travemünde zu Gast. Foto: HELGE NORMANN
Klar, dass man da auch was erzählen kann: Oft wurde das Schiff durch die Wellen vorbeifahrender Frachter kräftig am Kai hin und her geschaukelt, Leitungen rissen, die Eiko Zöllner-Quanz dann flicken musste. Einmal riss sich das Schiff komplett los. Der Frachter, der das verursacht hatte, war noch per Fernglas auszumachen. Eiko Zöllner-Quanz rief ihn per UKW. „Die hatten sich dann entschuldigt“, erzählt er. „Die Reederei wollen wir mal nicht nennen“. Aber ein paar Tage später kam ein großer Container, unter anderem mit einem neuen Tampen. Die Geschichte fand der letzte Bewohner der Greundiek nun in einem Buch wieder: Der Verein „Alter Hafen Stade“, der das Schiff gekauft und komplett restauriert hat, hat es herausgegeben. Klar, dass Eiko Zöllner-Quanz an Bord gegangen ist. Er will noch alte Unterlagen und Fotos für den Verein heraussuchen, der die Greundiek nun als Museumsschiff betreibt. Die ganze Travemünder Woche über lag die „Greundiek“ in Travemünde, konnte besichtigt werden. Ihr letzter Bewohner war mehrfach da. An Bord war noch das alte Funkgerät, mit dem Eiko Zöllner-Quanz damals den Frachter rief, der Tisch, an dem er mit den Kollegen gefeiert hat, die Kapitänskajüte, in der er gewohnt hat. Vieles hat er wiedererkannt. „Es kommt einem so vor als wenn es gestern gewesen wäre“, sagt Eiko Zöllner-Quanz. HN