Aqua-Top: Travemünder Politik fordert neues Schwimmbad
Travemünde. Auf den Abriss der Aqua-Top-Ruine, da waren sich Travemündes Politiker einig, hoffen zwar alle, letzte Zweifel am neuen Abiss-Termin im Frühjahr wird allerdings erst der erste Abriss-Bagger ausräumen. Ein anderes Thema, das im Ärger um die Spaßbad-Ruine ein bisschen untergegangen ist, kam in der Politik-Sendung von „Radio Travemünde“ vergangene Woche wieder auf: Die Forderung nach einem neuen Schwimmbad.

Fritz Toelsner im Gespräch mit Klaus Petersen (CDU) und Wolfgang Hovestädt (SPD). Foto: HELGE NORMANN
Fritz Toelsner, der „Radio Travemünde“ im Offenen Kanal moderiert, hatte Travemündes Politiker ins Studio geladen, um über „Lübecks teuerste Rasenfläche“ zu sprechen. Wenn das Aqua-Top abgerissen ist, soll auf dem Grundstück Rasen gesät werden, bis über eine zukünftige Bebauung entschieden ist. Die Travemünder, nicht nur die Politiker, wüssten schon, was sie da gern hätten: Ein Schwimmbad.
Wolfgang Hovestädt vom SPD Ortsverein Travemünde erklärte: „Immer wieder taucht das Schwimmbad auf als Wunsch hier in Travemünde. Dem sind wir gar nicht so abgeneigt. Ich finde schon, dass wir dadurch auch die Saison verlängern könnten. Damit stehen wir ja nicht alleine.“
Klaus Petersen (CDU) ergänzte: „Wir leisten uns ja den Luxus, in Lübeck drei Schwimmbäder zu unterhalten. Und der Zuschuss an den Bäderbetrieb beträgt eben vier Millionen im Jahr.“ Eine weitere Million im Jahr für ein Travemünder Schwimmbad könne sich die Stadt nicht leisten. „Das müsste aus anderen Töpfen kommen.“ Kritik äußerte Petersen am Masterplan: „Was uns sehr enttäuscht hat beim Masterplan ist, dass ein Schwimmbad im Masterplan nicht vorgesehen war. Und das ist das innere Kurgebiet. Man hat ganz klar gesagt, nee, Schwimmbad, das kommt dann in den nächsten Masterplan. Ich weiß nicht, wo es hinsoll. Ob es nach Gneversdorf soll ins Gewerbegebiet…“
Für Karl Erhard Vögele (FDP) ist die Standortfrage klar: „Es muss dort sein, wo unsere Gäste sind, und unsere Gäste sind am Ostseestrand. Und wenn es regnet, dann wollen sie möglichst unter ähnlichen Bedingungen mit ihren Kindern in ein kleines Schwimmbad gehen. Und damit ist völlig klar für mich, dass die erste Adresse für ein Schwimmbad natürlich der Standort am Aqua-Top ist.“
Der Stadtteilverbandsvorsitzende der Bürger für Lübeck (BfL), Thomas Misch, sieht das ähnlich: Dass die BfL ein Schwimmbad auf dem Priwall abgelehnt habe, sei angesichts der Fährpreisentwicklung die richtige Entscheidung gewesen. „Denn so ein Besuch dort wäre für eine Familie jetzt mittlerweile eine Katastrophe“. Er plädiert für den alten Standort: „Ich denke auch, der jetzige Standort das alten Aqua-Top ist der richtige“.
Gefragt, was den GRÜNEN denn ein städtischer Betriebskostenzuschuss für ein Schwimmbad wert wäre, meinte Bürgerschaftsmitglied Lilo von Holt: „500.000, für andere Projekte ist auch Geld da“. Von Holt: „Wir brauchen ein Schwimmbad auch als Bewegungsbad, da ist der größere Bedarf hier, und Spaßbäder gibt es ja schon genug“.
Bürgerschftsmitglied Wilfried Link (LINKE) fordert ebenfalls ein „normales“ Schwimmbad, das nicht nur Urlauber bräuchten. Die Jugend müsse ja auch Schwimmen lernen können und die Bevölkerung die Möglichkeit haben, sich gesundheitlich fit zu halten durch Schwimmen. HN