Stromnetz: Stadtwerke Lübeck übernehmen Ratekaus Leitungen von E-ON Hanse
Sonntag, 25. April 2010 13:54
Ratekau. Es geht um 184 Kilometer Stromleitungen, über die 9.000 Stromkunden versorgt werden: Das Ratekauer Stromnetz wechselt den Besitzer. Nach 20 Jahren ist der Stromkonzessionsvertrag mit dem Energieriesen E-ON Hanse ausgelaufen.

Sind sich einig: Annie Lykke Gregersen, Geschäftsführerin der Stadtwerke Lübeck GmbH, Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller und Marcus Böske, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Netz GmbH. Foto: HELGE NORMANN
Dabei geht es nicht um die Stromlieferung, sondern nur um die Leitungen. Die verschiedenen Stromanbieter zahlen an den Betreiber der Leitungen dann ein Entgelt für die Nutzung der Kabel. Fünf Unternehmen interessierten sich für das Ratekauer Leitungsnetz. Die Gemeinde hat sich jetzt entscheiden, nur noch mit der Stadtwerke Lübeck Netz GmbH zu verhandeln. Gemeinsam mit der Gemeinde Ratekau soll eine Netzgesellschaft gegründet werden. Auf Wunsch wird die Gemeinde Mehrheitsgesellschafter, behält so die Kontrolle über ihr eigenes Stromnetz. Die Stadtwerke kümmern sich um die Technik. Dieses Modell wurde auch anderen Gemeinden wie Stockelsdorf, Timmendorfer Strand und Bad Schwartau angeboten. Für Ratekau müssen die Stadtwerke nun mit E-ON Hanse über die Übernahme der Leitungen verhandeln.
Weil auf dem Strom-Markt freier Wettbewerb herrschen soll, müssen Stromlieferanten und Netz-Betreiber getrennt sein. Bei den Stadtwerken ist das durch verschiedene Gesellschaften gegeben. Für die öffentliche und private Stromkunden ändert sich nichts. Stromlieferant für die öffentlichen Gebäude in Ratekau ist E-ON Hanse, die Straßenbeleuchtung soll demnächst Ökostrom von Lichtblick bekommen.
Da die Stadtwerke Lübeck konzentriert in Gebieten, in denen ihre Netz GmbH Leitungen vorhält, auch um Stromkunden wirbt, ist allerdings damit zu rechnen, dass ein Teil der Haushalte wechseln wird. HN
Thema: Text-Archiv | Kommentare deaktiviert | Autor: Helge Normann