Beiträge vom März, 2010

Ein Film, der polarisiert

Montag, 29. März 2010 9:10

Lübeck. An der Wand lehnen ein paar Film-Schwerter, nur scheinbar wuchtig, in Wirklichkeit aus weichem Kunststoff, damit sich kein Komparse verletzt im Eifer des Gefechts. In einer Reihe sind Kostüme in der Mode des 16. Jahrhunderts dekoriert. Und Glasvitrinen schützen Zeichnungen von Regisseur Jo Baier, der auf Karopapier Schlachten-Szenen skizziert hat; Keilförmig, um „mehr Leute vorzugaukeln“, wie er daneben notiert hat.

Regisseur Jo Baier besuchte die Ausstellung zu seinem Film in Lübeck. Das historische Gewölbe des Buddenbrookhauses bietet einen schönen Rahmen für die Präsentation der Film-Requisiten. Foto: HELGE NORMANN

Regisseur Jo Baier besuchte die Ausstellung zu seinem Film in Lübeck. Das historische Gewölbe des Buddenbrookhauses bietet einen schönen Rahmen für die Präsentation der Film-Requisiten. Foto: HELGE NORMANN

Kinofreunde werden noch bis 18. April im Lübecker Buddenbrookhaus fündig, so lange ist dort die Präsentation zum Kinofilm „Henri 4“ zu sehen. Der Historien-Film um den legendären französischen König, der einem barbarischen Regime seine Ideale entgegensetzt, bleibt dich an Heinrich Manns Romanen „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ (1935) und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre (1938). „Ich finde, es ist ein sehr modernes Buch“, meint Regisseur Jo Baier, der vergangene Woche die Ausstellung in Lübeck besuchte. Die Kritik an seinem Film, in Deutschland wohl mehr als in den USA, sieht er dabei gelassen: Es sei eben ein Film, der polarisiert, genau wie das Buch.

Gedreht wurde eine Woche lang in Frankreich, für Außenaufnahmen der Schlösser, hauptsächlich aber in Tschechien, und auch ein paar Tage am Brodtener Steilufer in Travemünde (der Wochenspiegel berichtete). Davon ist im Kino aber nur eine kurze Szene zu sehen, in welcher König Henri über sein Schwert streicht. In der dreißig Minuten längeren Fernsehfassung soll das Steilufer mehr zu Geltung kommen. Wer darauf wartet, braucht allerdings Geduld: Bis der Film die übliche Verwertungskette zur Fernseh-Ausstrahlung durchlaufen hat, dauert es ein bis zwei Jahre. HN

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